Im Februar referierte Albert Metzler aus Neu-Ulm auf Einladung der Seniorengruppe Kempten über die historische Entwicklung des Heiligen Abendmahls. Ausgehend von der heutigen Praxis des Abendmahls führte er die Zuhörer zurück in das Geschehen des „letzten Abendmahls“, das Jesus auf dem Zionsberg gestiftet hatte.
Dabei wurden die Zusammenhänge mit dem Auszug aus Ägypten mit dem „ungesäuerten Brot“, dem Passah-Lamm und der bereits über 1000jährigen jüdischen Tradition des Exodus thematisiert. Die Senioren durften dabei mitgebrachte Matzen (ungesäuertes Brot), das auf großen Patenen (Tellern) gereicht wurde, verkosten. Wie es nach der Himmelfahrt Christi durch die Jahrhunderte weiterging, war der nächste Abschnitt. Dabei standen zum einen die Unterschiede beim Brotbrechen in den griechischen Hausgemeinschaften und bei den Judenchristen sowie die Entwicklung vom „Brot zur Hostie“ im Mittelpunkt. Die Begrifflichkeiten vom Brotbrechen, der Eucharistie-Feier und schließlich auch den durch Luther eingeführten Abendmahlsbegriff wurden anhand von Bildern erläutert. Zugleich wurden die unterschiedlichen Darreichungsformen der Mund-, Hand- und Augenkommunion visualisiert.
Im Folgenden ging es dann um die Entwicklung des Abendmahls in der Neuapostolische Kirche. Ausgehend von Albury über die Abendmahlsreform durch Apostel Menkhoff wurde bis zu den weitreichenden Änderungen im 1. Weltkrieg berichtet. Interessiert verfolgten die Senioren die Besonderheit eines Feldpostbriefes von Stammapostel Niehaus an einen Soldaten in Frankreich. 1917 kam es dann zur Einführung der Kombihostie, so wie wir sie kennen. Außerdem wurden unterschiedliche Abendmahlsgeräte gezeigt.
Ein Exkurs führte in die Hostienbäckerei Bielefeld und der Herstellung der Oblaten mit den drei Weintropfen, die vom „blauem Zweigelt“ stammen. Den durften die Zuhörer dann jeder für sich verkosten. Abschließend ging der Referent noch auf die Praktiken in christlichen Religionsgemeinschaften ein. Besonders spannend war dabei die sog. „Intinktion“ in der Apostolischen Gemeinde, sowie die Häufigkeit der Darreichung in den jeweiligen christlichen Religionen. Der Einblick in die seit 1990 hergestellten glutenfreien Kombihostien für Allergiker und die Bedeutung von „Kelch und Patene“ für eine möglichst am Original orientierten Handhabung der Abendmahlszeremonie bildeten den Abschluss, wenn es heißt: „Nun ist der Tisch des Herrn bereitet!“