Am 20.01.2026 veranstalteten die katholische, evangelische und neuapostolische Gemeinde in Oberstdorf einen gemeinsamen Stationen-Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen. Der Gottesdienst stand unter dem Motto aus Eph. 4, 4: „Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung in eurer Berufung“.
Die Veranstaltung begann um 19 Uhr in der Neuapostolischen Kirche in der Trettachstraße. Gemeindevorsteher Priester Dirk Müller begrüßte die Teilnehmenden und erklärte, dass die Texte der Gebetswoche 2026 gemeinsam von der Armenisch-Apostolischen Orthodoxen Kirche, der Armenisch-Katholischen Kirche und der Evangelischen Kirche erarbeitet wurden. Die Gebetswoche betone die Einheit der Christen als göttlichen Auftrag, der über geografische, nationale, ethnische und traditionelle Grenzen hinausgehe. Trotz der Vielfalt der Mitglieder bilde die Kirche ein Ganzes mit Jesus Christus als Haupt, getragen vom Heiligen Geist und verbunden durch die gemeinsame Hoffnung auf Erlösung und ewiges Leben. Im Gottesdienst wurden Kerzen als Symbol für Jesus Christus, das Licht der Welt, entzündet. Musikalisch wurde der Gottesdienst von Manfred Ullmann begleitet, bevor die Teilnehmenden mit brennenden Kerzen gemeinsam zur Evangelischen Kirche weiterzogen.
Dort wurde der zweite Teil des Gottesdienstes u.a. von Frau Dr. Susanne Benkert inhaltlich gestaltet sowie von Katharina Pohl, der Organistin der evangelischen Kirche, musikalisch umrahmt. Frau Dr. Benkert legte in ihrem Predigtteil auch einen Schwerpunkt auf das Verbindende, das in einer Welt, die zunehmend von Egoismus und der Verfolgung eigener Interessen geprägt sei, häufig nur wenig gehört werde. Umso mehr sei es wichtig, eine tiefe Liebe zueinander zu entfachen, Zusammenarbeit, Hilfe und Frieden in der Welt zu unterstützen.
An der dritten und letzten Wegstation in der Katholischen Kirche standen Gebete und Fürbitten im Zentrum des Gottesdienstes, die von Pfarrer Schnabel zusammen mit zwei Gemeindemitgliedern formuliert wurden. Besonders wurde hierbei ein Schwerpunkt auf die Barmherzigkeit Gottes, das Licht der Freude und Hoffnung Jesu Christi auf das ewige Reich, Gemeinschaft der Christen und Frieden gelegt. Schließlich sprachen Pfarrer Schnabel und Gemeindevorsteher Priester Müller noch gemeinsam den Schlusssegen.
Der Abend endete mit einem angeregten und schönen Gedankenaustausch aller Beteiligten im katholischen Johannesheim bei liebevoll vorbereiteten Snacks und Getränken.