In allen drei christlichen Ortsgemeinden fand am Freitag, 17. Januar 2025, eine ökumenische Veranstaltung im Rahmen der Gebetswoche für die Einheit der Christen statt.
Startpunkt war die evangelische Christuskirche. Der Abend stand unter dem Motto „Glaubst du das?“ (Joh.11,26). Horst Engelhardt, Mitglied des Kirchenvorstandes der evangelischen Kirche, legte in der liturgischen Eröffnung den Fokus zunächst auf die Erweckung Lazarus von den Toten durch Jesus. Dabei stand ein zentraler Ausspruch von Jesus im Mittelpunkt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben“. Den Zuhörern wurde dreimal die Frage gestellt: „Glaubst du das?“ Jeder Einzelne konnte sie sich in Stille beantworten. Das Kyrie nach Clemens von Rom und die neutestamentliche Lesung aus 1. Petrus 1, 3-9 bildeten weitere Schwerpunkte. Gemeinsam sangen die Teilnehmer „Du hast uns, Herr, gerufen“ und „Bis hierher hat uns Gott gebracht“.
Im Anschluss ging es mit angezündeten Kerzen weiter in die benachbarte katholische Pfarrkirche St. Johannes Baptist. Pfarrer Wolfgang Schnabel legte den Schwerpunkt auf Johannes 20, 24-29. Thomas habe es nicht ausgereicht, lediglich von der Auferstehung Jesu gehört zu haben, er wollte Beweise haben und die Nägelmale selbst sehen und fühlen. Pfarrer Schnabel betonte hier, dass auch heute viele Menschen zweifelten und Glaubensbeweise haben wollten. Manchmal würden gerade aus diesen Menschen die stärksten Gläubigen. Umrahmt wurden seinen Ausführungen von den beiden Liedern „Gott ruft sein Volk zusammen“ und „Dank sei dir, Vater“. Die sich anschließenden Fürbitten betonten verschiedene Aspekte wie die Schöpfung, die Hoffnung und den Glauben, und mündeten in die Bitte, alle Christen zur Zusammenarbeit zu befähigen, „damit wir überall dort, wo es Dunkelheit und Unterdrückung, Leid und Ungerechtigkeit gibt, dein Licht und deine Freiheit bringen“. Bevor alle Teilnehmenden die katholische Kirche verließen, beendete ein gemeinsam gesprochenes „Vater unser“ diese Etappe der ökumenischen Veranstaltung.
Nach dem Lichterzug durch das winterliche Oberstdorf erreichten die Beteiligten schließlich die Neuapostolische Kirche in der Trettachstraße. Dort stellten alle ihre Kerze auf den Altar. Priester Dirk Müller begrüßte alle Anwesenden mit dem Hinweis auf Lukas 18, 8: „Doch wenn der Menschensohn kommen wird, wird er dann Glauben finden auf Erden?“ Während noch vor einigen Jahrzehnten angesichts noch voller Kirchen die Bedeutung des Wortes nicht vorstellbar gewesen seien, müsse man heute doch feststellen, dass angesichts der fortschreitenden Säkularisierung dieses Wort zunehmend an Aktualität und Bedeutung gewinne. Umso schöner sei es, dass wir hier mit so vielen Christen gemeinsam das Licht des Glaubens hochhalten und unseren Glauben gemeinsam feiern könnten.
Nach dem gemeinsam gesprochenen Bekenntnis des Konzils von Nizäa-Konstantinopel, das alle Christen verbindet, wurden mit den beiden Liedern „Ich glaube an den Vater“ und „Wie schön ist’s doch, wenn im Gebet“ noch weitere Facetten beleuchtet.
Bei Tomatensuppe, Glühwein und Punsch endete dieser schöne Abend bei anregenden Gesprächen in schöner Atmosphäre im Gemeindesaal der Neuapostolischen Kirche.
Bericht und Bilder: Dr. Elke Müller-Schneck