Dankbar feiern wir das 100-jährige Jubiläum der neuapostolischen Kirchengemeinde Immenstadt.
Engagierte neuapostolische Christen haben ihren Glauben an Jesus Christus bekannt und mit großer Dienstbereitschaft das Gemeindeleben gestaltet. Trotz unterschiedlichster Herausforderungen blieben sie „beständig in der Lehre der Apostel, in der Gemeinschaft, im Brotbrechen und im Gebet“.
Die Anfänge: Im Oktober 1924 erhielt der 18-jährige Eugen Startz eine Arbeitsstelle in Immenstadt. Mit großem Glaubenseifer erzählte er in seiner neuen Umgebung von seinem Glauben. Bereits im Sommer 1925 begleiteten ihn erste Interessierte zu Gottesdiensten in die neuapostolische Gemeinde Kempten. Am 01. November 1925 wurde in einem Nebenzimmer des Hofgartenrestaurants der erste Gottesdienst in Immenstadt gefeiert. Ab Dezember 1925 fanden die Gottesdienste in einem Nebenraum des Hotels „Bayerischer Hof“ statt.
Im März 1926 konnte Bischof Kröner die ersten sieben Seelen aufnehmen und am 29. August 1926 empfingen 24 Seelen durch Bezirksapostel Gutbrod die Gabe Heiligen Geistes. Erster Vorsteher der jungen Kirchengemeinde war Evangelist Eugen Startz.
Aufbau und Wachstum: Die Zahl der Gemeindemitglieder wuchs stetig, ein größerer Gottesdienstraum bei der „Konsumgenossenschaft“ angemietet. Auch in den benachbarten Ortschaften wurde Aufbauarbeit geleistet und Gemeinden gegründet. Amtsträger aus Immenstadt unterstützten diese Entwicklung maßgeblich.
Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1939 wurde das Mietlokal vom Vermieter gekündigt und vom Luftfahrtkommando der Wehrmacht beschlagnahmt. Während der Kriegsjahre war die seelsorgerliche Betreuung der Gemeinde schwierig, da viele Amtsträger Kriegsdienst ableisten mussten. Opferbereite Seelsorger aus weiteren Allgäuer Gemeinden leisteten wertvolle Unterstützung.
Nach dem Krieg bezog die Gemeinde wieder ihre Versammlungsstätte in der Mummener Straße. Im August 1948 wurde Evangelist Georg Reitzle als Vorsteher beauftragt. Bis 1951 wuchs die Gemeinde um 189 Seelen, viele Heimatvertriebene fanden hier eine neue geistliche Heimat. Dieses Wachstum erforderte den Neubau einer eigenen Kirche. Nach einer Bauzeit von nur rund einem halben Jahr konnte die Kirche am 03. November 1951 durch Bezirksapostel Schall geweiht werden.
Ausbau und Entwicklung: Die Geschwister aus Blaichach erhielten 1967 ein eigenes Gotteshaus und bildeten damit eine selbständige Kirchengemeinde. Im März 1975 übernahm Evangelist Adolf Popp die Aufgabe des Gemeindevorstehers in Immenstadt. Den Festgottesdienst zum 50-jährigen Bestehen feierte die Gemeinde am 03. Oktober 1976 mit ihrem ersten Vorsteher, Bezirksapostel Eugen Startz. Zu diesem Zeitpunkt zählte sie 342 Mitglieder.
Im Juli 1989 verstarb Hirte Adolf Popp, sein Nachfolger wurde Evangelist Heinz Keck. Im selben Jahr wurde das Kirchengebäude umgestaltet und renoviert. Während der 15-monatigen Bauzeit fanden die Gottesdienste in der Aula der städtischen Berufsschule statt. Am 30. September 1990 übergab Apostel Helmut Keck die Kirche ihrer Bestimmung.
Konsolidierung und Vertiefung: Von 2007 bis 2010 leitete Evangelist Volker Keck die Gemeinde. Nach der Ordination des Hirten Volker Keck zum Bezirksevangelisten im Mai 2010 diente Evangelist Gerhard Keck als Gemeindevorsteher. Im Jahr 2016 wurde der Außen- und Eingangsbereich der Kirche neu gestaltet, die Gemeinde Immenstadt feierte ihr 90-jähriges Bestehen mit einem Konzert und einem Festgottesdienst. Im Jahr 2020 empfing Evangelist Herbert Baiz die Verantwortung für die Gemeinde Immenstadt.
In den Jahren 2023 und 2024 erfolgte eine weitere Sanierung des Kirchengebäudes. Im Juli 2024 feierte Apostel Hans-Jürgen Bauer den Entschlafenen-Gottesdienst in Immenstadt und den Wiederbezug der modernisierten Kirche.
100 Jahre Gemeinde Immenstadt: Im Jubiläumsjahr 2026 zählt die Gemeinde 254 Geschwister, die von neun Geistlichen betreut werden. Damit blickt die Gemeinde auf ein Jahrhundert zurück, das von Glauben, Gemeinschaft, Veränderung und vielfältigem Dienst geprägt war. Viele Schwestern und Brüder haben in diesen 100 Jahren Verantwortung übernommen, Gottesdienste besucht, sich in die Gemeinschaft eingebracht und die Entwicklung der Gemeinde mitgestaltet: Ihnen allen gilt unser herzlicher Dank! Möge der Herr die Gemeinde Immenstadt auch in Zukunft segnen, begleiten und in ihrem Glauben stärken.