Am 22. Juli 2024 trafen sich Interessierte zu einer ökumenischen Veranstaltung im Gemeindehaus der evangelischen Kirche Oberstdorf.
Barbara Wiesinger leitete den Abend und stellte allen Anwesenden die enge Nachfolgerin Jesu, Maria Magdalena, in einem informativen und inspirierenden Vortrag aus vielen Perspektiven vor. Der Vortrag berücksichtigte auch neuere wissenschaftliche Erkenntnisse, die sich zum einen aus der Rezeption der bekannten Evangelien, zum anderen aber auch aus der inhaltlichen Auseinandersetzung mit neueren Schriften ergeben, die ab dem 19. Jahrhundert aufgefunden wurden und in denen Maria Magdalena erwähnt wird.
Maria Magdalena zeichnete ein tiefer Glaube aus und auch die Fähigkeit, konsequent ihren Überzeugungen treu zu bleiben - auch bei Gegenwind, der dieser außergewöhnlichen Frau in der zeitgenössischen patriarchalischen Gesellschaft entgegenwehte. Sie war mutige Zeugin der Kreuzigung und Auferstehung Jesu Christi sowie Verkündigerin seines Evangeliums.
In der sich nach dem Vortrag anschließenden Diskussion und auch in der Abschlussrunde wurde deutlich, dass Maria Magdalena auch heute noch als Vorbild gesehen werden kann, dem eigenen Ich, dem eigenen Glauben und den eigenen Zielen treu zu bleiben, aber auch noch bewusster Kirche im Sinne Christi zu gestalten. So gilt es u.a. auch, immer wieder zu hinterfragen, in welchen Bereichen wir unreflektiert soziale Normen und Traditionen in die Gestaltung von Kirche übernehmen, ohne genügend zu reflektieren, ob diese Normen wirklich im Sinne Jesu Christi und seines Evangeliums sind. In welchen Bereichen grenzen wir beispielsweise noch in Bezug auf Geschlecht, sozialer Herkunft und Kultur aus und urteilen vorschnell? Tragen wir dazu bei, Kirche so zu gestalten, dass sich dort jeder wohlfühlt, einbringen kann und so respektiert wird, wie er ist?
Der inspirierende Abend endete mit einem gemeinsam gesprochenen „Vater unser“.
Fotos: Ariane Kappeler