Seit nunmehr über 100 Jahren feiern Menschen in über 170 Ländern auf der ganzen Welt am ersten Freitag im März eine Andacht, die von Frauen aus einem Land der Erde vorbereitet und weitergereicht wird. Der Weltgebetstag will Menschen auf der ganzen Welt verbinden, will informieren, für Gerechtigkeit und Frieden beten und durch die gegebenen Spenden solidarisch handeln. Am 1. März 2024 luden auch in Oberstdorf Frauen der katholischen, evangelischen und neuapostolischen Kirchengemeinden zu einer solchen ökumenischen Friedensandacht anlässlich des Weltgebetstags ein.
Unter dem diesjährigen Motto: „Frauen. Bewegen. Glauben. Gemeinsam - … durch das Band des Friedens“ setzte das ökumenische Weltgebetstags-Team der christlichen Ortsgemeinden Oberstdorf in den Beiträgen einen Schwerpunkt darauf, wie ein Band des Friedens gestärkt und Wirklichkeit werden kann – im Kleinen und im Großen, und wie Gerechtigkeit und Vergebung einen Frieden ermöglichen können, der Lebensperspektiven für alle eröffnet. Da der diesjährige Entwurf aus Palästina kam, wurde hierbei ein besonderer Fokus auf Palästina und Israel gelegt.
Neben der regionalen Schwerpunksetzung thematisierten die Mitwirkenden in ihren Beiträgen auch diverse Facetten des Friedens: der Frieden mit sich selbst, mit dem anderen, mit Gott, im Fremden und mit der Natur, aber auch der Wunsch, Frieden zu stiften und zu sein. Ausgangs- und Bezugspunkte waren hierbei zwei Bibelstellen – zum einen Jesu Worte aus Joh. 15,12-13.17 „Dies ist mein Gebot: Dass ihr einander liebt, wie ich euch geliebt habe. Es gibt keine größere Liebe, als das eigene Leben für die Freundinnen und Freunde einzusetzen. Das ist mein Auftrag an euch: Liebt einander!“ und zum anderen die Lesung aus Eph. 4, 1-7: „Ich bitte euch als jemand, der in Haft ist, weil er zum Herrn gehört: Führt euer Leben so, dass es dem entspricht, wozu Gott euch berufen hat: voller Demut, Freundlichkeit und Geduld. Ertragt euch gegenseitig in Liebe. Bemüht euch darum, die Einheit zu bewahren, die sein Geist euch geschenkt hat. Der Frieden ist das Band, das euch alle zusammenhält. Ihr seid ein Leib, und ein Geist lebt in euch. So ist es ja auch eine Hoffnung, zu der Gott euch berufen hat. Es gibt nur den einen Herrn, den einen Glauben und die eine Taufe. Und ebenso gibt es nur den einen Gott, den Vater von uns allen. Er regiert über alle, wirkt durch alle und erfüllt alle. Jeder Einzelne von uns hat die Gnade in dem Maß erhalten, wie Christus sie ihm schenkt.“
Nicht nur die Vortragenden, sondern auch die Zuhörerinnen und Zuhörer brachten sich aktiv in die Andacht ein, indem sie eine Kerze als Licht für den Frieden am Altar abstellten und sich in Gedanken und stillem Gebet mit Menschen und Orten verbanden, die sich besonders nach Frieden sehnen.
Musikalisch wurden die Beiträge durch gemeinsam gesungene Lieder ergänzt, die stimmungsvoll von Flügel und Bratsche begleitet wurden.
Der Abend endete mit einem angeregten und schönen Gedankenaustausch aller Anwesenden bei Kerzenschein und diversen Kostproben aus unterschiedlichen Regionen der Erde – von Deutschland über Afghanistan bis Palästina und Israel.
Fotos: Dirk Müller